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Archiv für die Kategorie ‘Jakobsweg April 2008’

Offensichtlich habe ich ziemlich tief geschlafen, ich bin nicht einmal davon aufgewacht, dass Jelle zurückgekommen ist. Wir wachen wieder zeitgleich auf, und er erzählt flüsternd vom gestrigen Abend. Er hat allen Ernstes Angelo wiedergetroffen, samt Aurélie und deren Mutter. Sie wären nach La Faba in den besagten Schneesturm gekommen, es hätte absolut kein Durchkommen mehr [...]

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Heute fühle ich mich wieder nach einem frühen Start. Wie üblich regnet es und ist trüb und matschig, ebenso ist meine Stimmung. Die kommenden Etappen habe ich intuitiv nicht so gern. Es geht gegen Ende zu, zieht sich irgendwie sinnlos und unspektakulär, dazu kommen die Kurzstreckenpilger, die die besondere Stimmung etwas zermischen. Eigentlich will ich [...]

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Ich wache in der noch stockdunklen Herberge auf und spüre, dass Jelle auch schon wach ist. Es ist ein etwas komisches Gefühl, nur zu zweit zu sein, und nachdem wir gestern doch ziemlich viel geteilt haben, wissen wir heute nicht so recht, wie wir miteinander umgehen sollen. Wir umgehen die persönlichen Thematiken und reden betont [...]

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Der morgendliche Blick aus dem Fenster verheißt nichts Gutes – es geht da weiter, wo es gestern aufgehört hat, und zwar mit Regen. Glücklicherweise mit rundum trockenen Sachen, dank dem liebevollen Hospitalero-Ehepaar, das die Wäsche von der Außenleine nicht nur in den Vorraum verfrachtet hat, sondern dort auch noch mit einem Heizkörper versehen.
Dieser Pilgerluxus findet [...]

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Mein heutiger Tag beginnt mit dem Camino duro, der alpineren Variante des Caminos. Kurz vor dem Ortsausgang geht es nach der Brücke recht steil den Berg nach oben, und komischerweise kennen die wenigsten diesen Weg und folgen automatisch der Variante entlang der Fahrstraße. Ich finde diese einsame, verwunschene Etappe wunderschön und habe sie gestern so [...]

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Die Kilometer hinter Ponferrada gehören nicht gerade zu meinen Lieblingsstrecken. Bis Cacabelos führt der Weg auf asphaltierten Straßen entlang, durch lauter kleine, langezogene Städtchen. Nach den Bergen und der Einsamkeit der letzten Tage ist mir das etwas monoton und unspektakulär.
In Cacabelos möchte ich heute eigentlich noch nicht stoppen, und so kommt es mir entgegen, dass [...]

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Eine Strophe aus dem Kinderlied „Zwischen Berg und tiefem Tag saßen einst zwei Hasen“ beschreibt den Morgen in Perfektion:
„Als sie sich nun aufgerappelt hatt’n und sich besannen, ob sie noch am Leben, Leben war’n hüpften sie von dannen.“
Ich kann es kaum glauben, als ich morgens aufwache. Ich bin weder erfroren, noch rennen Ratten über das [...]

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Seit langem gönne ich mir mal wieder ein offizielles Herbergsfrühstück, das hier Hotelcharakter haben soll. Bis ich mich durch die diversen Kuchen und Säfte durchgearbeitet habe, sind die meisten Pilger schon wieder aufgebrochen. Ich will auch gerade aufstehen, als die beiden Deutschen vom Vorabend kommen. Nachdem sie sich zu mir setzen, bleibe ich noch ein [...]

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Nach den drei ungewohnt langen Etappen der vergangenen Tage gönne ich meinen Füßen heute endlich die versprochene Erholung und laufe nur bis Astorga, nur 18 km. So kann ich es heute wirklich extrem ruhig angehen lassen. Seit León teilt eine ältere Französin mit grauem Lockenkopf meine Etappenplanung; sie ist schon Camino-bekannt, weil sie als Lebensinhalt [...]

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Wie auch gestern haben sich meine Füße über Nacht perfekt erholt und scheinen lauffreudig – was mich nun doch schon wieder übermütig werden lässt. Der einzige Ort, den ich auf diesem Camino unbedingt nochmal sehen will, ist die Herberge in Hospital de Órbigo. Und dummerweise liegt das kilometertechnisch ziemlich ungünstig, nämlich 38km von León entfernt. [...]

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