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Archiv für Mai 2009

Die Nacht ist reichlich skurril, wirklich viel schlafe ich nicht, und die Gedanken um mein Bein sind bei Nacht noch wirrer als vernünftig bei Tag betrachtet. Am Morgen könnte ich mir einbilden, dass die Schmerzen schon besser sind. Noch dicker ist es auch nicht geworden; vermutlich habe ich mich einfach deutlich überanstrengt und werde mich [...]

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Die Nacht ist erstaunlich warm. Eigentlich habe ich gestern in weiser Voraussicht nach einer Decke gefragt, aber die Hospitalera (oder der fehlenden Pilgerseele nach nenne ich sie mal Herbergsverwalterin) meinte nur, es gäbe nicht genug für alle. Okay, ob ich trotzdem eine haben könnte. Das müsse man um 21.30 dann mal sehen. Die Logik bleibt [...]

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Mein versprochenes Frühstücksei steht schon auf dem Tisch, ebenso eine Tasse Tee. Sanne und Marco sind schon fertig mit essen und machen sich auf den Weg.
Meine Druckstellen tun heute unglaublich weh. Ich schnüre alle paar Meter um, aber ohne Erfolg. Seit Tagen trage ich zur Polsterung schon meinen Fleecehandschuh im Schuh, aber egal, wie ich [...]

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Komischerweise habe ich wieder die „time of my life“, was meinen Schlaf angeht. Ich schlafe tief und fest und behütet und fühle mich total geborgen und ruhig. Gestern hatte ich das Gefühl, auf Grund meiner Entscheidung plötzlich Frieden und Ruhe gefunden zu haben, aber nun hatte ich mich doch eigentlich am Vorabend umentschlossen – und [...]

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Der Morgen ist grau und nebelfeucht. Passend. Nach einer gefühlten Ewigkeit entlang der Fahrstraße und in Kolonne mit anderen Pilgern geht es rechts in die Hügel, wo der Nebel wieder eine verwunschene Mystik heraufzaubert. Endlose Weiden, ab und an ein paar einzelne stolze Kühe, viele alte Kastanienbäume und ab und zu ein paar Sonnenstrahlen.

Ich verarbeite [...]

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Als wir gestern zitternd und bibbernd in der kalten Herberge dem Regen und Schnee draußen zugeschaut haben, habe ich noch ironisch gewitztelt, dass ich mir in Triacastela als erstes eine große Tube Sonnenmilch kaufe. Ich hatte mich eigentlich auch schon damit abgefunden, dass wir jetzt in Galizien sind und dort nun mal eben meistens Regen [...]

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Als ich aufwache, ist es schon taghell. Ein Blick auf die Uhr zeigt bereits nach 8 Uhr an. Wie konnte das passieren, normalerweise fallen meine Ohrstöpsel nach einigen Stunden von selbst raus, sodass ich ab 6 Uhr meistens die ersten Geräusche höre und so langsam mit aufwache. Heute stecken sie noch fest, und auch ohne [...]

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Um 7 wache ich auf, eine prima Zeit zum Aufstehen. Die Herberge liegt noch in kompletter Stille (bzw. dem Schnarchen nach zu urteilen zumindest in seligem Tiefschlaf). Ich fühle mich unbeobachtet und ziehe mich in aller Seelenruhe um. Kaum bin ich fertig, erklingt ein hellwaches „good morning“ neben mir. Glückwunsch.
Ich packe meine Sachen zusammen, frühstücke [...]

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Eine Irre in meinem kleinen Schlafraum packt ernsthaft schon morgens um 4. Ich wache kurz vor 7 auf und kriege einen kleinen Schreck, dass es schon so spät ist. Draußen ist aber noch alles ruhig. Einer der Hospitaleros macht Punkt 7 lautstark wenig besinnliche Musik an, offizieller Rausschmiss, ebenso unpersönlich wie der ganze Aufenthalt. Immerhin [...]

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Gegen 7 Uhr wache ich auf, unter meinen vielen Decken habe ich erstaunlich warm geschlafen. Draußen rumoren die kanadischen Heinzelmännchen schon leise in der Küche, es duftet nach Kaffee und geröstetem Brot.
Ich genieße ein letztes Mal meine liebgewonnene Kleinfamilie. Mein Hospitalero sagt, es wäre schön gewesen, dass ich dagewesen wäre. Kann ich so nur bestätigen.
Zum [...]

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